Suicide Girls

Jan Termath
Fotograf


P. Lugosi
Stammredakteur


Jazz Styx
Redakteur


25.11.2016


Suicide Girls

Gruenspan, Hamburg

Bericht für konzertfotografie.hamburg

Passend getaucht in das gewohnt dezente Rotlicht des Hamburger Gruenspans füllt sich der Saal nur langsam. Die Altehrwürdigkeit der Atmosphäre, die von dem schäbig-schick thaterhaften Ambiente ausgeht, kollidiert – nicht unangenehm – mit moderner Elektro-Musik. Ausgehend von der alternativen Erotik-Website suicidegirls.com sind die SUICIDE GIRLS mit ihrer Tour „Blackheart Bourlesque“ erstmals auch in Deutschland. Das Publikum ist gemischt, aber überwiegend eher jung: viele Paare, viele keine Männergruppen, nur wenig klischeeerfüllend gruseliges Puff-Publikum.

P. Lugosi
SUICIDE GIRLS im Gruenspan, Hamburg
SUICIDE GIRLS – Blackheart Burlesque, das amerikanische Original ist erstmals in Deutschland.

Kaum hat das Programm begonnen, hüpfen fünf junge SUICIDE GIRLS auf der Bühne herum, die sich sehr bald ihrer Kostüme entledigt haben. Choreografisch passabel ist nach zwei Minuten fast alles entblättert, was es heute zu sehen gibt: schlanke bis magere Körper junger Frauen mit einer mittleren Bandbreite an Hautfarbe und Körbchengröße, einige sehr ansehnliche Tattoos, einige weitere Tattoos, viele kleine schwarze Tape-Xe und variable Höschen-Arten.

SUICIDE GIRLS im Gruenspan, Hamburg

Danach wird sich immer und immer wieder hinter der Bühne an- und auf der Bühne wieder ausgezogen. Zwischen akustisch nicht gerade optimalen Songs wird es dunkel im Saal, bis die nächste Nummer beginnt. So schälen sich die Mädels aus mal besser, mal schlechter gearbeiteten und sitzenden Kostümen mit Themen wie beispielsweise „Donnie Darko“, Michael Jacksons „Thriller“, „Planet der Affen“, „Pokemon“, „Spice Girls“ oder „Star Wars“. Dabei ist alles, was die SUICIDE GIRLS dabei unter Hüfthöhe stattfinden lassen, der geringen Bühnenhöhe wegen den ersten Reihen vorbehalten, was gerade bei ausgedehnten Räkeleien am Boden für den Großteil des halbgefüllten Raumes eher unerfreulich ist.

amateurhafter Cosplay-Striptease

Dem tief verankerten Wunsch, auch Mädels, die sich ausziehen, nicht auf ebendieses Ausziehen zu reduzieren, kann kaum nachgekommen werden, da die tendenziell amateurhaft erscheinende Präsentation der „Blackheart Bourlesque“-Show nicht wesentlich mehr darbietet. Gerade die Übergänge zwischen den kurzen, sehr gleichartigen, überwiegend zappeligen, manchmal eher moderat erotisch-ästhetischen Präsentationen sind quasi inexistent und doch holprig. Besonders selbstentlarvend bezüglich der Amateurhaftigkeit sind die Parts, in denen einzelne Besucher aus dem Publikum auf die Bühne geholt werden. So tanzt ein junger Hipster einen Lapdance mit mehr Unterhaltungswert als das vermeintlich professionelle Äquivalent. Auch der Tanzwettkampf zwischen fünf weiblichen Gästen offenbart durch den Sieg der meistbekleideten und schüchternsten Kandidatin per Applaus-Voting, dass Zuspruch mehr erfordert als sekundäre Geschlechtsorgane, die im Takt der Musik herumhüpfen. Die vielleicht beste Darbietung des Abends lieferte ebenfalls ein Besucher: Ein sehr nerdig wirkender Mann mit langem Bart und Mütze soll auf der Bühne einen Text lesen, während ihn die wahrscheinlich talentierteste der Tänzerinnen umgarnt. Hervorragend reagiert er überzogen, aber sehr treffend auf ihre Avancen und gewinnt damit eine einjährige Mitgliedschaft auf suicidegirls.com.

Ob als Hermine, Arielle oder Harley Quinn, die Einzelnummern haben meist mehr Charme als die Auftritte zu fünft. Dass diese Vorstellungen der einzelnen SUICIDE GIRLS nicht nach und nach die Show aufbauen, sondern im letzten Drittel der Veranstaltung platziert sind, ist für das Spiel mit der Spannung im Raum eher nachteilhaft. Auch die moderierenden Interaktionen mit dem Publikum, die alle von einem sehr hoch sprechenden SUICIDE GIRL ausgehen, sind so amerikanisch und aufgesetzt, dass immer mehr Gäste aussteigen. So beginnen ein paar junge Frauen im hinteren Bereich des Saals bereits um eine Säule zu tanzen – nicht wesentlich unsehenswerter als die Mainshow.


Nach etwa zwei Stunden endet die Präsentation, die mit der Warnung „ab 18“ beworben wurde, aber in Deutschland rechtlich wahrscheinlich kaum Probleme im Nachmittagsprogramm eines Privatsenders bekommen würde. Das nicht sehr große Publikum zeigt sich trotz allem überwiegend begeistert – und letztendlich kommt es darauf an.


Bericht für reflectionsofdarkness.com

What do we all have in common in the cold days of every years season? We get ourselves warm drinks at home under thick blankets, watching the latest ‘Walking Dead’ episode. We are wrapped in warm clothes, running to Christmas markets by the fire to get more warm drinks, eating steaming hot Grünkohl, Wurst and Kassler (kale and smoked sausages, so to say) … and so on and on. To cut it short: we all are looking for warmth, more or less in this case. Even warmer? Hotter? The hotter the better? We will see: Ladies and Gents, from the United States of America, the land of the free and the home of the brave, the original SUICIDE GIRLS and their first tour throughout Germany, first kicking it off at Gruenspan, Hamburg.

Jazz Styx

First, the nice venue looks pretty empty, but shortly before the show starts it’s getting fuller and fuller but still there is – against all expectations – a lot of capacity left. Not sold out. This evening is announced as X-Rated (FSK 18 in Germany), what means, that no one under 18 is permitted to attend the show. Alright, something wicked this way comes? Katherine Suicide alias Rebecca Crow takes the stage and is today’s host, checking first of all the credibility of the crowd: “How many of you following the SUICIDE GIRLS on Instagram? How many of you follow us on Twitter? How many of you have a membership to suicidegirls.com?“ Not so many.

She goes on and welcomes everyone, trying to lure out the German audience ...

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