Sic Zone Trailer Park Sex Doomsday Device

Jan Termath
Fotograf


Jazz Styx
Redakteur


29.10.2016


Sic Zone

|| Trailer Park Sex || Doomsday Device ||

Pooca Bar, Hamburg

Die Szenerie für das Konzert von TRAILER PARK SEX, SIC ZONE und DOOMSDAY DEVICE ist heute die Pooca Bar, eine kleine Location – sowohl schick als auch schäbig – an einem alternativ geprägten Seitenarm der Hamburger Reeperbahn. Zwischen antik anmutenden Leuchtern und unverputzter Wand hängt eine Discokugel und über der Bar dienen alte Monitore als künstlerische Fake-Aquarien.

„Vier asoziale, dauerbekiffte Penner aus Hamburg“ (Frontmann Florian) kommen auf die Bühne gepoltert. Unter dem Namen DOOMSDAY DEVICE wird überwiegend nicht ganz unmelodischer Hardcore auf die kleine Crowd losgelassen. Zwischen den harten, rohen Songs trinken die lässig runtergerockten Gestalten Gin und Kräuterschnaps aus Flaschen. Dazwischen gibt es reichlich Breakdowns und weißen Rauch. Dreckig, direkt, DOOMSDAY DEVICE!

Erst klingt es sakral, dann schreit ein Baby und ein bedrohliches Zitat kommt vom Band, eine Fackel brennt, eine Gasmaske ziert das Mikro und eine Monstermaske das Gesicht von Frontmann PY. SIC ZONE wirken fanatisch und böse, die Musik voluminös und rund: eine deathige Groove-Metal-Spielweise, die sofortiges Kopfnicken bis Headbangen erzwingt. Im Kontrast zu ihren Vorgängern leicht over the top freakig und eeevil beschießen die Kölner Todesgroover die Pooca Bar mit durchdringenden Schallwellen. Wer hätte gedacht, dass Knallhart-auf-die-Fresse so grooven kann wie bei SIC ZONE?

Nun wird es halloweeniger. TRAILER PARK SEX schicken einen weißgesichtigen Sänger mit Zylinder und Fliege vor; dahinter stehen ein maskierter Kapuzenträger am Bass, ein Oldschool-Metaller an der Gitarre und eine gehörnte junge Frau an den Drums. Musikalisch kann man wohl eine mehr und mehr verblassende Metalcore-Basis ausmachen, die so viele Genre-Ausflüge und -Einflüsse vereint, dass deren Auflistung pedantischer Blödsinn wäre. Da groovt es basslastig, dann geht es brutal nach vorne, bevor spielerisch herumgefrickelt wird – auch wechselnder Gesang von starken Shouts zu lässigem, leicht bluesigen Klargesang. So schließen TRAILER PARK SEX auf gekonnt legere, aber auch hart abgehende Weise einen etwas unterbesuchten Konzertabend, der zwar etwas skurril zusammengestellte, dadurch aber angenehm vielseitige und vor allem einfach gute Musik zu bieten hatte.