Mustasch Deville

Jan Termath
Fotograf


Jens Harms
Redakteur


19.10.2015


Mustasch

|| Deville ||

Knust, Hamburg

MUSTASCH  befindet sich zur Zeit auf der „Testosterone Tour“, benannt nach dem neuen Album TESTOSTERONE, das mittlerweile achte Album der Schweden. Getourt wird Hauptsächlich im Heimatland Schweden aber auch in Deutschland. Die besondere  Beziehung zu Deutschland entwickelte sich im Laufe der Jahre und festigte sich durch regelmäßige Besuche.  Die 1998 durch den Schweden Ralf Gyllenhammar (vocals, guitar) gegründete Hardrock Band ist mehrfacher Grammy Preisträger und hat auch schon Gold eingeheimst. Namensgebend für die Band MUSTASCH waren die Idole des 70ths Hardrock, die vorzugsweise einen Schnauzbart (engl.= moustache) trugen. Ursprünglich als reines Hobby und aus Liebe zum Hard Rock entwickelte sich im Laufe der Jahre eine sehr erfolgreiche Band.

Der von Fans und Reviewers  gern als „Diesel-Hardrock“ genannte Stil bringt die Leute zum toben. Live geht’s ab. Wir freuen  uns.

Hamburg, Montag, 21 Uhr. Die Location KNUST ist voll. Partywillige Rocker, trinkfreudige Normalos, und gut gelaunter Staff. Alle tauschen sich rege aus,

Der Abend  wird pünktlich um 21 Uhr von DE VILLE eingeleitet. Die vierköpfige Band spielt recht soliden Rock. Leider ist der Sound nicht optimal abgemischt und etwas breiig. Die Band hat es nicht leicht das Publikum mitzureißen. Trotzdem ist im Großen und Ganzem das Interesse da. Man beäugt die kämpfenden Musiker und schlürft sein Bier. Insgesamt machen die Jungs aber einen guten Eindruck.

Die Umbaupause zieht sich etwas länger hin. Es ist aber okay für alle und keiner ist ungeduldig. Eher gelassen tummeln sich die Fans in dem mittlerweile vollen KNUST. Die Stimmung ist hervorragend und  die Bar arbeitet eifrig  am Nachschub. Gute Voraussetzungen für einen ausgelassenen Abend. MUSTASCH kann kommen!

Många Tack Sverige för MUSTASCH!

Um 22.15 legen sie los. Die Schweden-Rocker lassen sich nicht lange bitten und heizen dem Publikum sofort ein.  Es muss keine Hürde genommen werden, die Fans haben die Türen weit geöffnet und nehmen dankbar an. Es ist natürlich nicht zu erwarten, dass wild gepogt und gebangt wird, da es ein cooler Hardrock Abend ist und kein Metal-Hard-Post-Core. Anstatt rum zu zappeln wird lieber gewippt, und lässig genickt.  Das ist aber auch gut, denn so können sich auch die Damen des Abends (reichlich anwesend) ohne Befürchtungen bis in die ersten Reihen tanzen. Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass man Frank den Fronter echt sexy findet.  Der Bones´n´Balls Hardrock kommt offenbar auch bei den Frauen gut an. Den Männern  stehen sie was das Mitmachen angeht, sowieso in Nichts nach. Mit dem dritten Song ist der Sound endlich perfekt abgemischt, es wird viel vom Album „Testosterone“ zum Besten gegeben. Das Album unterscheidet sich etwas von den Vorgängern, ist aber definitiv live tauglich. Herausragend kommt „Thank you for the Demon“ (2014) um die Ecke. Dank der perfekten Lightshow scheinen die Schweden mit diesem Song abzuheben. Bei jedem Wiedereinstieg aufs „Demon“ Knallt und blitzt es. Grandios! „Be lika a Man“vom aktuellen Album  ist auch ein echter Hit bei dem fast alle mitsingen! Das KNUST wird an diesem Abend zu einer Hardrock-Einheit.

Die häufigen Besuche in Deutschland hinterlassen ihre Spuren. Die „Schnauzbärte“ sind an diesem Abend zu Hause. Das spürt man bei jedem Lied. Auch kein Problem, wenn mal das Publikum nicht sofort anspringt. Frank fordert die Fans auf deutsch auf: „Prost ihr Säcke!“ Die Antwort kommt intuitiv und sofort „Prost Du Sack!“ Ebenfalls „Auf die Weiber!!!“ trifft den Nerv und es wird den Mädels augenzwinkernd zugeprostet. Die Diesel-Rock-Maschine läuft an diesem Abend wie geschmiert. Nach einer Zugabe verlassen die Schweden die aufgeheizte Location, die damals als „Schlachthof“ bekannt war.  Was für eine Ironie, denn heute Abend ist der Hardrock lebendiger denn je.


Für De Ville war es nicht einfach das Publikum anzuheizen und nach der massiven Präsens von MUSTASCH in Erinnerung zu bleiben.  MUSTASCH gab alles und ließ sich nicht von den gelassenen Hamburgern beirren. Fronter Frank übernahm das Komanndo und zeigte den Leuten wie gut Hardrock ist. Abschliessend traf man ihn sogar noch bei den Fans, was deutlich macht, dass die Schweden an Ihrem Rockstar-Dasein wirklich Spass haben. Ein insgesamt gut gelungener Abend . Ich bin froh, dass ich dabei war.