Hollywood Undead Icon For Hire

Jan Termath
Fotograf


Jan Teichert-Kluge
Redakteur


15.11.2016


Hollywood Undead

|| Icon For Hire ||

Docks, Hamburg

Nachdem ich seit 30 Minuten in der Schlange stehe, mit vielen anderen Fans, öffnen sich nun endlich, gegen 19 Uhr, die Türen und man gewährt uns Einlass. Der Konzertsaal der Docks füllt sich schnell mit Menschen. Man merkt sofort, dass das Ganze hier eine ausverkaufte Veranstaltung ist.. Mit 20 Minuten Anstehen um seine Jacke abzugeben muss man rechnen. Nach einer weiteren halben Stunde geht es endlich los.

ICON FOR HIRE ist die erste Band des Abends. Die Mischung aus Rock, Pop und elektronischer Musik heizt allen ordentlich ein, die Stimmung steigt. Die sympathische Sängerin der Band steht im Mittelpunkt des Auftritts. Doch auf einmal ertönt eine uns allen bekannte Melodie – mit einem Cover von „Can’t Hold Us“ von MACKLEMORE hat die Band die Stimmung noch weiter gepusht. Wir werden zum Mitsingen motiviert – gesagt, getan, der Text ist schließlich bekannt.

Nachdem wir von ICON FOR HIRE nun schon ordentlich gute Laune haben, warten wir gespannt auf die Band des Abends – HOLLYWOOD UNDEAD!
Nach einiger Umbauzeit geht es endlich los. Die Halle wird dunkel und alle gucken gespannt und aufgeregt zur Bühne, die Vorfreude ist enorm. Dann betreten endlich die sieben maskierten Kalifornier die Bühne. Unter lautem Jubel des Publikums beginnt das Intro. Schräge 80er-Jahre-Hollywood-Musik wechselt sich mit dem Song „Undead“ ab, bis dieser dann vollends beginnt. Sofort ist die Menge noch mehr am Toben und am Kochen. Doch kann sich die Stimmung noch steigern? Ja! Nach einigen weiteren Songs wie „Tendencies“ oder „Dead Bite“ nehmen die Jungs endlich ihre Masken ab und spielen „City“, was von der Menge als Aufforderung verstanden wird, sofort einen Moshpit zu starten. Der ist auch nicht von schlechten Eltern, einigen Leuten ist das zu viel und sie stellen sich dezent weiter nach hinten. Aber was soll’s – mehr Platz zum Feiern für uns! Die Band macht weiter und spielt den Song „California“, der die Liebe zu ihrer Heimat Kalifornien besingt.

Auf die Frage „Who of you can sing?“ des Gitarristen Charlie Scene melden sich sofort einige im Publikum. Charlie Scene entscheidet sich schnell für einen der Freiwilligen und holt ihn prompt auf die Bühne. Und die Wahl ist sehr gut! Der junge Mann auf der Bühne hat ein Tattoo von “HOLLYWOOD UNDEAD” und betont, sie seien seine Lieblingsband. Er bekommt sein eigenes Mikrofon und singt den Text des nächsten Songs “Comin‘ In Hot” voller Energie mit, und fügt sich tatsächlich reibungslos ins Bühnenbild ein. Der nächste Höhepunkt des Auftritts lässt auch nicht lange auf sich warten. Als der Roadie der Band auf einmal eine Akustikgitarre auf die Bühne bringt, wissen die meisten schon, was jetzt kommt. Mit “Bullet”, einem sehr ruhigen, aber auch sehr fröhlichen Song, wird die Stimmung ein wenig lockerer und die Leute tanzen. So soll es aber nicht lange bleiben – direkt darauf folgt der Titeltrack des neuen Albums “Day of the Dead”. Der Song bewegt die Hartgesottenen im Publikum direkt wieder dazu, eine Runde zu moshen. Und so geht es weiter, bis hin zum hymnenhaften Song “We Are”, wo natürlich so gut wie alle den Refrain mitgrölen können. Das erzeugt eine wirklich fette Atmosphäre im Raum, Gänsehaut inklusive. So geht der Abend zu Ende, die Band verlässt die Bühne – oder nicht? Nach einigen Zugaberufen wird dann im Publikum selbstständig der wohl bekannteste Song der Band angestimmt. Der Text des Refrains von “Everywhere I Go” wird so lange vom ganzen Publikum gesungen, bis man von der Bühne einzelne Parts des Textes hört. HOLLYWOOD UNDEAD sind wieder da! “Everywhere I Go” ist der absolute Höhepunkt des Abends. Der letzte Song “Hear Me Now” lässt uns noch mal alle die Musik genießen, dann ist das Konzert nach etwas über 90 Minuten auch schon vorbei. Der Abend hätte jedoch gerne noch länger gehen können, die anderen hätten sicher auch nichts dagegen.