Eko Fresh Hamad 45 King Eazy Serc651 Pillath

Jan Termath
Fotograf


Henry Lhrs
Redakteur


13.10.2016


Eko Fresh

|| Hamad 45 || King Eazy || Serc651 || Pillath ||

Nochtspeicher, Hamburg

„Bars über Nacht“ heißt die neue EP des Rappers EKO FRESH. Auf seiner „FREEZY“-Tour hat der Kölner Rapper und gebürtige Türke auch im Nochtspeicher, am Hamburger Hafen den Fans mit einer Mischung aus Oldschoolhits und neueren Songs eingeheizt. EKO FRESH kam aber nicht alleine: Neben seinem Tour-Support PILLATH sind auch die Rapper SERC651, KING EAZY und HAMAD 45 als Voract aufgetreten.

Raptechnisch hatte der Abend neben der Vorstellung der neuen EP noch einiges zu bieten. Die Voracts, die sich irgendwo zwischen Straßenrap und deutschem Trap-Rap verordneten, brachten den ausverkauften Nochtspeicher schon gut in Stimmung. Auch wenn es Zeiten gab, in denen der Rapper deutlich größere Locations gefüllt hätte, war von vorneherein eine angenehme und energiegeladene Stimmung zu bemerken. Vor allem viele alte Fans sind gekommen, welche dementsprechend auch die alten Songs des Rappers forderten. „Ich spiele hier heute alte und neue Sachen – ich versuche alles mal abzudecken“, sagt Eko und gibt seinem Support DJ Phat Crispy bescheid: „Hau mal den fettesten, fettesten Beat rein, das hier ist Hamburg.“

Spätestens als die ersten Klänge von „Orient Express“ erklingen, geht die Crowd endgültig ab. Mit den inhaltlich kritischen Texten von EKO FRESH, wie auch in den gefeierten Songs von „Orient Express“ oder „Quotentürke“, bekommt dieser Abend auch eine politische, gesellschaftskritische Note. „Ich freue mich über diese weltoffene Stimmung hier“, betont der Rapper auf der Bühne. „Auf meinen Konzerten sind alle Religionen, alle Nationen vertreten. Man kann sich mal ein Beispiel an den ’so asozialen Rappern‘ nehmen.“

Der fetteste Beat für Hamburg – „Ist Altona in da House?“

Als EKO FRESH einen kleinen Jungen direkt vor der Bühne bemerkt, wartet er mit dem nächsten Song und fragt ihn, wie alt er sei und wie lange er schon seine Musik höre. Der Zwölfjährige entdeckte Ekos Musik bereits mit acht Jahren – EKO FRESH zeigt sich beeindruckt: „Ich bin auch für die Kids da, aber ein paar Songs von mir würde ich doch lieber wegklicken“. Während DJ Crispy die Endphase des Konzerts mit dem Beat von „Köln Kalk Ehrenmord“ einläutet, bringt EKO FRESH seine Fans noch mal in Stimmung. „Ist Altona in da House? Ist Wandsbek in da House?“, ruft der Rapper und spielt damit auf die gesellschaftlich niedrigeren Schichten von Hamburg an. Auch bei seinem meistgeklickten Song „Quotentürke“ bringt er die Fans noch mal zum Springen.
Den Abschluss machen zuletzt EKO FRESH und sein Freund und Support Rapper Pilath mit „Schöne Onkelz“. „Es war ne Sause mit Euch, Digga“, sagt der Rapper und beendet sein Konzert. Später haben sich die beiden noch für Fotos und Gespräche mit den Fans bereitgehalten.


Der Abend besticht durch seinen Abwechslungsreichtum. Während ganze vier Voracts einen Einblick in die aktuelle deutsche Rapszene bieten, verleiht „Eko Freezy“ dem Konzert den erwartet ehrwürdigen Abschluss. Mit seinem Album „Freezy“ (VÖ im April), das sich mehrere Wochen auf Platz 4 der Charts hielt, sowie der gleichnamigen Tour, beweist EKO FRESH ein weiteres Mal seinen Stellenwert.